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Initiative für Waldorfschule hält an Starttermin fest – Bürgschaft heute Thema im Stadtparlament

Hanau – Das neue Schuljahr läuft seit mittlerweile zwei Wochen – in Hanau noch ohne eine Freie Waldorfschule. Das soll sich zum Start des Schuljahres 2020/2021 ändern. Die Initiatoren der Gründungsinitiative halten an ihrem anvisierten Starttermin fest. Nur ist zum jetzigen Zeitpunkt die Frage nach dem Standort der Schule nach wie vor offen. Dennoch tut sich etwas: Heute Abend wird in der Stadtverordnetenversammlung aller Voraussicht nach eine Bürgschaft der Stadt Hanau beschlossen, die dem Verein die nötige finanzielle Sicherheit geben wird.

Mit Hilfe der städtischen Bürgschaft über maximal 480 000 Euro ist die Gründungsinitiative in der Lage, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen. „Damit sind die ersten drei Jahre gesichert“, sagt Dr. Gundula Pfältzer, eine der Gründungsinitiatorinnen, im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn erst ab dem vierten Jahr greife die gesetzlich verankerte Ersatzschulfinan- zierung, die Bildungseinrichtungen unter die Arme greift, die privat betrieben werden und auf Beiträge und Spenden angewiesen sind.

Mittlerweile habe man sechs Lehrer unter Vertrag (davon zwei Klassenlehrer), was bedeute, dass man die geplanten Fächer Spanisch, Eurythmie, Handarbeit und Sport bereits belegt habe. Einzig eine Englischlehrerin beziehungs- weise ein Englischlehrer werde noch gesucht. Um an einer Waldorfschule unterrichten zu können, hätten die Lehrkräfte eine entsprechende Weiterbildung absolviert.

Diese Lehrer treffen sich laut Pfältzer einmal im Monat, um den Start der Waldorfschule in rund einem Jahr zu planen. Bis Ende dieses Jahres soll die Schülerauswahl erfolgen. Aktuell gebe es rund 30 Voranmeldungen, davon zehn mit verbindlichem Charakter, so die Mit-Initiatorin. Damit könne man 2020/2021 mit einer ersten und einer dritten Klasse an den Start gehen. „Die dritte Klasse ist für Quereinsteiger gedacht“, erläutert Pfältzer die auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination der Jahrgangsstufen eins und drei.

Und natürlich auch die wichtigste bürokratische Auf- gabe ist erledigt: der Antrag auf den Betrieb einer Ersatzschule. Der Begriff klingt missverständlich, aber im Fachjargon gelten Einrichtungen in freier Trägerschaft als Ersatzschulen. Zuständig für deren Genehmigungen im Main-Kin- zig-Kreis ist das Staatliche Schulamt in Frankfurt.

Ob der Gründungsinitiative die Genehmigung ins Haus flattert, hängt letztlich von einem entscheidenden Faktor ab – dem richtigen Standort. Diesbezüglich sei man in engem Austausch mit der Stadt, wie Pfältzer betont und in diesem Zusammenhang das En- gagement von Stadtentwickler Martin Bieberle ausdrücklich lobt.

Das Anforderungsprofil liest sich eigentlich gar nicht so anspruchsvoll: „Wir bräuchten zwei Klassenzimmer mit einer Größe von rund 50 Quadratmetern, ein Lehrerzimmer und Toiletten“, umreißt es Pfältzer, „eine Mehrzweckhalle wäre optimal“. Allerdings wäre das nur der Raumbedarf für die Anfangszeit, denn in den kom- menden Jahren soll die Wal- dorfschule nach dem Willen ihrer Gründer natürlich wachsen. Falls sich zum Schulstart im kommenden Sommer kein geeignetes Gebäude finden sollte, wäre auch eine Lösung mit Containern denkbar.

Die Hanauer Schule würde auf diesem Sektor eine Lücke schließen: Freie Waldorfschulen gibt es in der Region bislang in Frankfurt, Bad Nauheim, Dietzenbach und Künzell (Rudolf-Steiner-Schule Loheland).

Informationen, unter anderem zu den Schulbeiträgen und möglichen Ermäßigungen, finden Interessierte auf der Internetseite des Waldorfschul- und Kindergartenvereins Hanau.

waldorfschule-hanau.de

 

Infoabend

Unter dem Titel „Warum Waldorfschule?“ findet am Montag, 23. September, um 19 Uhr im Waldorfkindergarten Hanau, Philippsruher Allee 46, ein Infoabend mit dem Referenten Dr. Steffen Borzner, Landesgeschäftsführer der Landesarbeitsge- meinschaft für Freie Waldorfschulen in Hessen, statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

von David Scheck

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